BambooAlles begann damit, dass ich mal wieder ewig lange an einer Kassa anstehen musste und völlig unerwartet Bambusbäume in der Nähe erspähte. Ich konnte nicht umhin und packte gleich den ersten ein um bei meinem Auto festzustellen, dass es Liebe auf den ersten Blick war, weil ich das „zarte Pflänzchen“ nicht gleich am Parkplatz stehen ließ, also ich feststellen musste, dass es wohl auf Grund seiner Größe nicht so einfach auf den Rücksitz passen würde.

Auch als ich es durch das Stiegenhaus schleppte, weil es nicht in den Lift passen wollte war ich glücklich meinen ersten Bambusbaum zu haben. Tags darauf stand ich wieder an der Kasse, dieses Mal mit zwei weiteren Prachtexemplaren und wesentlich mehr Platz im Fahrzeug. So entstand ein kleiner Bamboo Garden auf der Terrasse und ich liebe ihn. Es hat ein bisschen was von Urlaub wenn es da plötzlich so grün ist, wenn man aus dem Fenster blickt und ich genieße es die Blätter rauschen zu hören, wär hätte das gedacht. Miami, wenn ich Bambus sehe muss ich an Miami denken, untypisch, ist mir schon klar. Wir waren da in einem Hotel, dass einige Nachteile hatte und einen unvergesslichen Vorteil, viele Bambusbäume 🙂

Naja zurück zu meinem unerwartet gefundenen grünen Daumen. Ich bin ja auch nur in einem Haus mit großem Garten aufgewachsen und hatte anschließend eine Wohnung mit Garten und da konnte ich mich damals nicht mal motivieren das Unkraut auszuzupfen und das wöchentliche Rasenmähen war auch eher nur ein lauer Fixpunkt in meiner Agenda.

Aber jetzt, auf ein paar Quadratmeter und so ohne Garten finde ich es schön doch etwas wachsen zu sehen. So bin ich ganz stolz auf die kleine Chilipflanze die ihr bestes gibt und jeden Tag ein bisschen mehr wächst und auch auf den Schnittlauch im Topf der zwar gerne alles hängenlässt aber trotzdem jeden Salat verfeinert. Nicht zu vergessen der Lavendel, den ich schon als Kind gerne mochte und dessen Geruch immer Erinnerungen wachruft….oh und der kleine Ruccula Salat, den ich hoffentlich bald ernten kann.

So weit, dass ich mir jetzt Pflanzenratgeber schreibe bin ich noch lange nicht und auch bei den beiden Balkontöpfen die so schwebend vom Balkon hängen war ich anfangs skeptisch aber jetzt bin ich absolut von deren Optik begeistert jedes Mal wenn ich mich vor dem Haus einparke….ganz ehrlich niemand sonst hat so lässige Balkonblumen (sieh an, da ist er ja wieder, mein Hang zur Übertreibung 😉 ) und es wäre da auch noch Platz für ein bissal mehr…..

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IMG_9271Es gibt Tage in meinem Leben da muss ich einfach raus. Da habe ich das Gefühl, dass ich keine Luft mehr bekomme, das ich durchrotiere oder das Gegenteil, dass alles öde ist und nichts passiert. Dann muss ich allein sein und abschalten. An nichts mehr denken und einfach nur durchatmen. Viele Menschen brauchen dazu jemanden lieben an ihrer Seite, jemanden der ihnen sagt, dass alles bald wieder gut wird und diese Phase auch ein Ende hat.

Das kenne ich, es beruhigt wenn man weiß, dass da jemand ist….auch wenn man stundenlang allein im Bad mit via iphone in einer Lautstärke, die für keine Nachbarschaft gut ist, Lieder aus den späten 90igern mitsingt und man sich dank Ohrenstöpseln selbst nicht hört. „I am the one and only nobody I`d rather be – I am the one and only you can`t take that away from me“ von Chesney Hawkes könnte ich hier als Motivationslied vorträllern….tue ich aber nicht oder naja vielleicht doch gerade in Gedanken. 😉

In solchen raren Momenten brauche dazu nur mich. Dann muss ich mal mit mir alleine sein, nicht weil ich unglücklich oder traurig bin sondern weil ich es schätze wenn mal meinen Gedanken freien Lauf lassen kann und einfach mal auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Ich bin gerne alleine und vergesse das leider oft. Weil es natürlich wunderschön ist, in Gesellschaft etwas zu erleben, einen Berg zu besteigen und sich dann gemeinsam zu freuen, dass einem die Luft erst im letzten Drittel ausgegangen ist, beispielsweise.

Aber es gibt Zeiten da muss ich gar nichts mit jemanden teilen – so bin ich einfach ohne lange zu planen in den Nachzug nach Rom eingestiegen und habe dann am nächsten Morgen auf Gleisen ratternd in der Toskana gefrühstückt und einige Stunden später bin ich dann am Roma Termini ausgestiegen und in ein komplett ungeplantes und absolut nicht durchdachtes langes Wochenende gestartet, dass rückblickend betrachtet mein Leben sehr bereichert hat. Es war unglaublich schön. So schön, dass ich 2 Wochen nach meiner Rückkehr in einen Flieger mit Ziel Lissabon eingecheckt habe und dort nochmals einige Tage alleine herumspaziert bin und mich von der Rue Augusta und dem Tejo mitreißen hab lassen….nun fragt man sich vielleicht warum gerade Lissabon? -Weil ich im Nachtzug nach Rom das Buch „Nachtzug nach Lissabon“ gelesen habe und beschlossen habe mir auch dort mal ein paar Tage die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen 🙂

Nun kann man jetzt eben nicht jedes Mal in einen Zug steigen nur weil man mal ein paar Stunden über sein Leben nachdenken will – was mich nicht davon abhält gelegentlich die Zugverbindungen nach Florenz zu überprüfen – sondern muss versuchen auch in gewohnter Umgebung mal abzuschalten. Dann kann es schon auch mal sein, dass ich mich in einer nahegelegenen Therme wiederfinde mit einem Aperol Spritz in der Hand und einem guten Buch. So geschehen letztes Wochenende…..

Das Highlight meiner „Selbstfindung“ diese Woche war allerdings eine nicht geplante Auszeit vom Alltag in einem Sightseen Bus in und um Wien zu nehmen und mit japanischen Touristen bei einem ordentlichen Gewitter auf den Kahlenberg zu fahren und dann den (zugegebenen leicht getrübten) Ausblick zu genießen. Schön wars….und ich weiß jetzt auch, dass das Schloss Schönbrunn zu Beginn rosa war und man in Wien die Brunnen leert um mit dem Kleingeld die Stadtgärtnerei zu unterstützen…..

Also ich kann es nur empfehlen….einfach mal den Kopf in den Sand stecken, nichts hören und nichts sehen was man nicht hören und nicht sehen will und einfach nur erleben….dann hat man sich zuhause auch was schönes zu erzählen und ich freue mich jedes mal auf das heimkommen…. 🙂

CakeGanz anders als mein (noch) nicht vorhandenes Talent zeiteffektiv und geschmackvoll zu kochen habe ich festgestellt, dass ich mit Leidenschaft backe.

Was zu Beginn nur das Abmischen von Fertigzutaten in Muffinformen (und nicht Plastik-Puddingformen, die dann in Flammen aufgehen und langsam zerschmelzen – ja, diese Erfahrung durfte ich auch schon machen 😉 ) war ist nun wirklich ein schöner Zeitvertreib geworden.

Angefangen hat alles mit einer Apfel-Marzipan Torte….ich weiß nicht was mich bewogen hat es zu versuchen. Vielleicht die Tatsache, dass ich es liebe rohe Teigmasse zu naschen, mich in Marzipan eingraben kann oder Äpfel ob süß oder säuerlich immer esse – es hat jedenfalls „klick“ gemacht. Und es war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick – im wahrsten Sinne des Wortes – Ich konnte es kaum glauben, dass man mein Meisterwerk anschneiden und zerstören wollte! So etwas Einzigartiges kann man doch nicht gleich wieder vernichten – konnte man doch, in kürzester Zeit war nicht mehr auch nur ein Bröserl übrig! 😉

Das hat mich darin bestärkt es weiter zu versuchen. Was folgte war ein „Fred-Kuchen“, eine Eigenkreation – sprich ein Gugelhupf in einer Eulenbackform. Ja – ich habe auch eigene Backformen, man erkannte sofort mein Talent und fördert es 🙂

Zwischenzeitlich gab es immer wieder Muffins mit verschiedenen Füllungen, wobei mein heimlicher Favorit ja definitiv Beerenmuffins sind.

Dann, an einem sonnigen Sonntag Morgen, gabs melancholisch angehauchte Pancakes mit frischen Früchten, Schlagobers und Agavendicksaft, weil ich mal wieder Lust auf an original american breakfast hatte und ich es verabsäumt habe mal schnell einen Flug über den großen Teich zu buchen.

Mein bester Kuchen bisher – und auch meine größte Herausforderung – war es einen Carrot Cake zu backen, so matschig und lecker wie wir ihn in Savannah gegessen haben. Ich habe lange nach dem passenden Rezept gesucht und wusste nicht so recht wie ich das mit der Buttercreme angehen sollte und habe dabei völlig außer Acht gelassen, dass ich zu Beginn erst eine Stunde lang Karotten raspeln muss bis ich mir überhaupt Gedanken über eine Glasur machen kann….und dann war es endlich so weit! Alles zusammengemischt und ab in den Ofen damit. Fast im Minutentakt habe ich meine Nase an der heißen Scheibe plattgedrückt und gehofft dass nicht nur mein Plan sondern auch der Kuchen aufgeht. Tat er dann auch….als ich die Auflaufspange entfernte kam ich mir vor wie Julie aus dem Film „Julie & Julia“ (übrigens ein wundervoller Film übers Bloggen & Kochen, sehr zu empfehlen!) und bestaunte mein Meisterwerk. Selbst die Buttercreme war dann halb so wild und als Krönung hatte ich noch beschlossen Marzipan einzufärben und eine Karotte zu formen. Der größte Moment war aber sicherlich der vor dem ersten Bissen, den ich mir nicht nehmen ließ und mein Meisterwerk vor allen anderen kostete und es war einfach nur genauso wie in den Südstaaten, nur dass die alten Bäume als perfekte Umrahmung für solch einen glorreichen Moment fehlten und ich stattdessen in der klebrigen Küche stand. Aber Geruch (herrlich nach Zimt), Geschmack (so gar nicht nach Karotte 😉 ) und Aussehen (ein weißer Butterklecks mit Marzipangarnierung) waren original vorhanden. Schön, dass das auch alle anderen fanden die zu den Glücklichen gehörten, denen ich selbstlos etwas von meiner Schöpfung abgab. Gut….könnte sein, dass ich einen leichten Hang zur Übertreibung habe. Ja, eventuell neige ich dazu, aber schönen Dingen – und das war dieser Kuchen definitiv – muss man eben ihren Raum geben damit sie wirken können 😀

Jetzt könnte ich natürlich so nett sein und euch das Rezept von dieser gelungenen Torte geben. Ich weiß….nun aber so nett bin ich nicht. Stattdessen gibt’s von mir ein allzeit wirkungsvolles quasi mit allem zu belegendes Grundrezept für beispielsweise einen Obstkuchen (wie zur Zeit und schon probiert mit Marillen) oder mit Schokostreuseln und Kokosraspeln vermischten leichten Kuchen für zwischendurch….ach was red ich, so eine Küchenfee bin ich jetzt auch nicht, daher:

5 Eier, 300g Puderzucker, 1 Pk. Vanillezucker, 125 ml ÖL, 400g Mehl (wobei es meiner Meinung nach komplett egal ist ob glatt oder griffig, dinkel oder normal), ½ Pk. Backpulver, 125 ml kaltes Wasser – alles ab damit in den Mixer, gut durchrühren, in einer Backform verteilen, mit Früchten belegen und ab damit bei 180c 50 Minuten in den Ofen

So und wenn ich das kann, dann können alle anderen das auch und für die, die es nicht können…..in diversen österreichischen Einzelhandelsketten mit gelber Schrift auf roter Farbe 😉 gibt’s ganz wundervolle Fertigbackmischungen…..easy cheesy käsekuchen oder wie heißt`s so schön „kässoß und weltfrieden“….verdammt, ich glaub ich habe einen Zuckerrausch, das war heute zu viel Teigausschlecken für mich….entschuldigt 😉

cookZurzeit nehme ich mir vor mehrmals die Woche gesund zu kochen und das womöglich auch noch zur selben Zeit und mit Liebe für die Liebe, weil der Liebe es sich gerne mal wünscht. An manchen Tagen kommt ein fabelhaft einfaches Gericht dabei raus, an den meisten aber nur eine komplett hysterische Köchin die am liebsten wieder den Pizzadienst anrufen würde um wenigstens etwas Schmackhaftes essen zu können.

Während ich mir also in einer guten Minute diverse Kochmagazine durchlese und eine Liste von herrlich klingenden Speisen erstelle und diese dann mit dem Vorsatz an den Kühlschrank hänge sie nach und nach Wirklichkeit werden zu lassen, freue ich mich auch schon darauf bald wieder den Kochlöffel zu schwingen.
Ein solcher Koch-Tag sieht dann meist so aus, dass wir eine Zeit vereinbaren – die für mich eher eine vage Einschränkung der Dinge ist die mir dazwischen kommen könnten und für jemand anderen der exakte Zeitpunkt ist an den er denkt etwas zu essen zu bekommen. Vielleicht sollte man bereits da an der Kommunikation arbeiten, das wäre vermutlich ein guter Ansatz 😉

Noch gut gelaunt und voller Hoffnung schreibe ich dann eine Einkaufsliste, schaue noch mal nach was wir bereits so zu Hause haben und werfe mich dann in das Getümmel und bereits beim Einkaufswagerl holen werde ich daran erinnert, dass ich mehr an meiner Routine in solchen Angelegenheiten arbeiten sollte – ich könnte zB endlich mal Kleingeld eingesteckt haben um überhaupt zu so einem Wagen zu gelangen. Das wäre mir dann nützlich, denn oft lasse ich es dann gleich bleiben und sammle alles was ich brauche mit meinem beiden Händen ein und balanciere es galant am Brotshop vorbei nur um es dann kurz vor der Kassa mal dezent fallen zu lassen. Bin eben doch kein Zirkusartist, schade, wäre in solchen Augenblicken bestimmt hilfreich.

Wenn ich dann daheim ankomme und feststelle, dass ich auch noch Einkaufssackerl im Kofferraum liegen habe und nicht alles einzeln entladen muss, erfahre ich einen kleinen Moment puren Glücks bis mir auffällt, dass es das Mineral leider nicht bis zu mir nach Hause geschafft hat und stattdessen wohl noch im Regal steht. Das kommt aber eher selten vor, denn….

Erstaunlicherweise vergesse ich selten etwas – was wohl damit zu tun hat, dass ich ganz old school noch meine Einkaufsliste abhake. Stück für Stück suche ich in den ewigen Weiten des Regaldschungels – es ist das fast so wie die Suche nach dem heiligen Gral – und eben jeder dieser Funde wird auf meiner Liste mit einem fetten CHECK abgehakt.

Aber nun zurück in die Küche. Eigentlich könnte es auch schon los gehen, aber oft fällt mir genau dann noch ein, dass ich schnell noch meine E-Mails checken könnte und auch ein Telefonat mit einer Freundin wäre noch schön und wenn eben diese besagte Freundin dann noch den spontanen Vorschlag macht sich noch einen kleinen Kaffee in der Stadt zu gönnen, ja nun dann kann es schon mal vorkommen, dass ich meinen Zeitplan leider nicht mehr ganz so genau einhalten kann…..

Oft hält mich aber auch das Lesen eines Rezepts schon so dermaßen lange auf, dass ein Verlassen der Wohnung gar nicht erst von Nöten ist um ein Kaltbleiben der Küche zu garantieren.
Gut – gesetzt dem Fall ich werde nicht aufgehalten beginne ich meist damit, dass Gemüse klein zu schneiden und mir beim Raspeln den halben Daumen weg zu raspeln. Was folgt ist eine kleine Zwangspause. Schwerverletzt und gut verbunden mache ich mich dann daran die Nudeln zu kochen, die entweder immer viel zu viel oder oft auch viel zu wenig – aber immer al`dente – werden und lese zwischenzeitlich weiter wie ich denn das Fleisch anzubraten habe und dann passiert eigentlich immer genau das Selbe nur in unterschiedlichen Variationen 😉 Folgendes:

Der Liebste kommt heim und stellt erfreut fest, dass ich, wenn auch mit zeitlicher Verspätung, koche und bietet mir selbstlos seine Hilfe an die ich – hilflos aber stolz wie ich nun mal bin – ablehne, was ihn dazu veranlasst lieber schnell das Krisengebiet zu verlassen.

Dann – ich werde langsam nervös, weil ich ja schon weiß was kommen wird – versuche ich das von spritzendem Öl umgebene Fleisch zu wenden oder muss den Auflauf aus dem heißen Ofen holen – und dann ist es soweit: entweder verbrennt mich das heiße Öl oder ich grille meine Hand an der brennheißen Auflaufform!!

In beiden Fällen lass ich dann reflexartig alles fallen und schreie nach dem Liebsten der herein geilt kommt und – begleitet von seinem „ich hab es gewusst“-Blick – versucht die Lage zu retten. Was ihm in den seltensten Fällen gelingt und was mich dazu animiert ihm für mein Scheitern gleich mal sicherheitshalber die Schuld zu geben……
Völlig talentlos und dann meist auch noch frustriert versuche ich die Reste des Gala-Dinners halbwegs ansehnlich auf einem Teller zu platzieren und dann abzuwarten wie es schmeckt. Herzerwärmend nehme ich dann zur Kenntnis, dass man es nicht so schlecht findet und auch noch eine 7/10 Punkten herausschaut und selbst bin ich nur noch dankbar, dass man es noch essen kann und sehne mich heimlich nach einem Rahmgschnetzelten von meiner Oma!

Oft bin ich dann aber nur froh, dass ich mich daran machen kann die Küche sauber zu machen. Skurilerweise entspannt mich das, es macht mich zufrieden, wenn ich das Chaos, das an mein Kochen erinnert, beseitigen kann.

An anderen Tagen – wie eingangs erwähnt – gelingt mir ein Volltreffer ohne Unfälle, der besser nicht sein könnte und das gibt mir dann auch die Kraft es gerne immer wieder zu versuchen. Irgendwann muss es ja was werden…..morgen gibt es übrigens gefüllte Zucchini, ich schätz mal ich such lieber schon jetzt präventiv die Topfhandschuhe 😉

IMG_2811Man kennt sie, diese Momente in denen man sich vornimmt die Welt zu erobern – weil man just in dieser einen Sekunde ganz plötzlich schwer von seiner Sache überzeugt ist und man dann Tage später feststellt, dass der Wille zwar da ist aber die Motivation, diese Diva, sich mal wieder bitten lässt.
Ganz ehrlich, ich könnte schon so viele großartige Dinge geschaffen haben, fabelhafte Werke sollten schon entstanden sein….sind sie aber nicht, denn es ist ja oft so mühsam den Startknopf seines Laptops zu drücken um dann – mit Engelsgeduld die vielen Updates abzuwarten und gleich danach einen Bestseller nach dem anderen abzuliefern. Geht eben nicht immer, auch nicht das mit der Engelsgeduld, die fehlt mir zur Gänze.
Stehen nun endlich mal alle Grundvorrausetzungen auf Grün – so wie eben gerade – dann sprudelt es nur so aus mir heraus und das ist einfach nur wundervoll.
Aber das Motivationsproblem versteckt sich leider auch in meinen sportlichen Ambitionen. Tageweise laufe ich auch im Regen meine – zugegeben minimalistische – Runde und an anderen Tagen, begleitet von strahlenden Sonnenschein, schaffe ich es nicht mal meine Laufhose zu suchen, die sich generell immer im hintersten Eck meines Kastens versteckt.
Ich frage mich daher also, wie kann man sich motivieren dauerhaft motiviert zu sein? Oder mit anderen Worten – wie finde ich meine Motivation und behaltet sie auch?
Schön ist es, dass ich in meinen Leben immer wieder Leute treffe die mich inspirieren und das auf ihre ganz eigene Art und Weise. Ohne es zu wissen erzählen sie mir von Dingen die sie erlebt haben und das motiviert mich. Was mich persönlich allerdings nicht motiviert sind Vorschläge wie ich denn meine Freizeit gestalten kann um eine neue Herausforderung zu finden. Das stresst mich meist nur und ich komme immer wieder zur der Erkenntnis: absolut nichts von dem was für andere gut ist, ist auch gut für mich.
Also toll, dass meine Freunde exzessiv Sport treiben, sich eine Trainingsplan zu recht legen und ordentlich Gas geben. Habe ich auch schon versucht – 30 Tage Trainingsplan. Die ersten 4 waren schweißtreibend und ich war stolz auf mich, die nächsten 4 eine Qual und die restlichen Tage bin ich dann wieder auf RitterSport umgestiegen. Auch gut.
Oft aber merke ich auch, dass ich meine Tage um Aufgaben – für deren Erledigung ich dringend Motivation brauchen könnte herumplane – und mir dann am Ende erst recht keine Zeit und Ruhe bleibt etwas zu tun. An solchen „ausgebuchten“ Tagen – die zum Beispiel aus so wichtigen Dingen wie komplett gehetzt durch die Stadt zu rennen um ein Buch zu besorgen, dass man ganz einfach auch im Internet bestellen könnte, bestehen – habe ich dann oft ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber, weil ich wieder nichts geschafft habe. Ganz zu schweigen davon, dass ich nicht als Fauli von meinen Mitmenschen gesehen werden will, weil gelegentlich tu ich mir schon schwer die Frage zu beantworten „und wie war dein Tag? Was hast du gemacht?“ – Was sich für mich anhört wie „und was hast du heute essentielles für die Menschheit geschaffen?“ – „ähm, nix.“
All diese Anstrengungen meine mir leider abhanden gekommene Motivation wieder zu finden haben mich folgendes feststellen lassen: wenn man etwas tut weil man sich selbst vornimmt es „tun zu müssen“ dann kann das nichts werden. Macht man stattdessen Dinge die einem wirklich Spaß machen findet sich auch die Zeit sich für Neues zu interessieren und es nach und in sein Leben einzubauen. Es kommt also – wie so oft – wies kommen muss.

Übrigens! Morgen hole ich mir endlich diese neue PC-Maus, weil das Touchscreen-Arbeiten zieht mir immer wieder einen nerv. Es wird ganz einfach – ich hol ich mir dieser verdammte Maus endlich….gut gelaunt und schwer motiviert steige ich gleich früh aus dem Bett und schaffe es so noch, nach all den wichtigen Dingen die ich morgen sonst noch so erledigen muss, bestimmt noch vor Ladenschluss zur Kasse mit einer neuen Maus in der Hand. Ganz bestimmt und auch ganz motiviert…..BESTIMMT!! 😉

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Mir ist bekannt, für viele Frauen und auch schon immer mehr männer gibt es nichts schöneres als sich stundenlang durch die haare fahren zu lassen. liebe leute, dass ist mir leider unerklärlich!

 

Ich für meinen teil wurde leider nicht so blond geboren wie ich es eben heute gerne bin. zwischendurch habe ich es auch mit meinem brünetten naturton probiert, aber im herzen bin ich nunmal blond und möchte es bleiben.

 

Daher bleibt mir leider nichts anderes übrig als mich in gewissen zeitlichen abständen in die hände einer sehr fähigen friseurin zu begeben. Und auch wenn jeder termin sehr familiär abläuft, was vielleicht daran liegt das die salonbesitzerin meine mutter ist, bin ich jedes mal total gestresst. schon beim hinkommen, weil es mir grundsätzlich immer misslingt pünktlich zu sein! Ein Glück, dass ihre anderen Kunden weit unkomplizierter und herzlicher sind als ich, an solch einem Tag.

 

Nach einem schnellen espresso, den ich immer dringend notwendig habe, werden meine haare mit einer zielführend-blondierenden masse eingeschmiert und dann passiert das, was mich immer am meisten aufregt: das lange warten!

 

nun könnte ich natürlich die kommenden 45 minuten dazu nützen einfach mal zu entspannen und vielleicht etwas zu lesen oder mich mit der dame rechts neben mir zu unterhalten. Viele friseurbesucher machen das so und erfahren so nicht nur den besten klatsch des dorfes sondern auch noch einige stunden wohltuender entspannung.

 

ich kann das leider nicht. Es widerstrebt mir schon auch nur ein buch einzupacken, so ambivalent das auch sein mag, denn generell lese ich sehr gerne. Ich könnte auch die gala durchblättern und mich über die neusten fremdgehversuche am schwedischen königshof informieren, aber selbst in so einem literarischen meisterwerk schaffe ich es nicht über das horoskop hinaus.

 

stattdessen schaue ich alle halben minuten auf die kleine eieruhr vor mir während ic versuche mich am kopf zu kratzen und damit diese pampe auf meine hose tropft und ich ein weiteres exemplar meiner diesel-jeans schmeißen kann. was weitgehend dazu führt das ich hysterisch (das bin ich generell sehr gerne) aufspringe mir wasser über die hose laufen lasse und fluche als wär ich ganz allein im salon – was ich meist auch bin, man weiß schon warum ich besser erst zu salonschluss komme 🙂

 

beim alles erlösenden schrillen des weckers freue ich mich jedes mal darauf, dass jetzt endlich wieder etwas passiert auch wenn es nur der satz: „wir emulgieren nochmal alles durch und lassen es nochmal 10 minuten einwirken!“. also brauch ich nochmal einen espresso oder besser ein glas sekt.

 

gut nach all den unnütz verstrichenen minuten kommt endlich der schönste teil eines solchen abends – die endlose kopfmassage unter warmen wasser. beendet mit dem abruptem reissen an meinen haaren weil sie ja auch mal wieder gebürstet werden müssen, so richtig. auch wenn sie sich noch so bemüht und es hervorragend macht, winde ich mich in alle richtungen.

 

anschließend – beim föhnen – sitze ich unruhig auf meinem sessel, rutsch auf und ab und kämpfe innerlich mit mir nicht aufzuspringen, den föhn zu schnappen und mal selbst schnell reinzublasen und damit dem aufhübschungs-ritual ein rasches ende zu setzen.

 

nachdem ich dann frisch geföhnt mein haaröl einmassiert bekomme und feststelle, dass ich es schön finde, dass sie wieder ein so tolles ergebnis geschafft hat (nicht nur mit meinen haaren sondern wegen ihrer nervenstärke), wird dann am rande festgestellt: „deine spitzen gehören geschnitten“ vom nachsatz begleitet „aber nicht von mir, dass muss jemand anderes machen, jemand mit dem du nicht verwandt bist und der es dann aushält wenn du ihn mitten in der nacht anrufst und ihn daran erinnerst, dass sie viel zu kurz geschnitten worden sind!“

sport

hier bin ich also und schreibe meinen ersten post über sport. hätte ich mir ja so auch nie gedacht und ich weiß auch nicht wie ich damit beginnen soll. denn wie fängt man mit etwas an von dem man eigentlich keine ahnung hat? wie immer – mit einem guten vorsatz! und so kam es, dass ich mir letzten dezember kurz nach weihnachten aber noch weit genug entfernt von silvester (man will ja nicht von einem neujahrsvorsatz sprechen 😉 meine ersten richtigen laufschuhe besorgt habe.

 

zuerst kam ich mir ein bisschen verloren vor, bisher kannte ich ja sportgeschäfte nur von außen. das sah mir dann wohl auch der junge verkäufer an und stand mir gleich hilfreich zu seite. als er mich fragte was ich denn für laufschuhe haben wolle konnte ich nur antworten „welche von adidas wären ganz gut, in einer auffälligen farbe!“ soll ja schließlich jeder gleich sehen, dass ich jetzt sportlich bin! oder zumindest soll man es schon von weitem leuchten sehen, wenn ich kollabiert am feldweg liege und nach sauerstoff röchle. so kam es dann also, dass meine füße vermessen wurden und ich das geschäft mit neuen tretern, passendem shirt und laufhose verlassen konnte. an eine vielleicht winterfeste jacke habe ich nicht gedacht, mir war auch nicht klar, dass es eventuell etwas kühl sein könnte da draußen, laufend im dezember, woher denn auch.

 

tags darauf habe ich also meine neuen schuhe ausgepackt, mich in hose u shirt geschmissen und war – dank grandiosem hinweis meines freundes auf die außentemperaturen und seiner laufjacke nun bereit für meinen ersten run! schon im stiegenhaus war mir klar „das wird hart“, also habe ich sicherheitshalber den lift genommen. man soll es ja langsam angehen 😉 nachdem ich mir den runtastic app heruntergeladen und ein selfie von mir gemacht hatte ging es dann auch schon los.

 

meine laufstrecke liegt sehr abgelegen und führt an einer bahnstrecke entlang. das trifft sich sehr gut, denn die gäste in den vorbeifahrenden zügen können ja schließlich so nicht sehen ob ich gehe, renne oder nach luft schnappe und ich habe so genug freiraum um meine grenzen auszutesten. ich begann mit 5 minuten gehen, zwecks aufwärmen. und so ging das dann weiter 5min gehen, 5 min laufen, 30 minuten lang.

 

ich muss nicht sagen, dass ich fix und fertig war, gleich nach den ersten 5 minuten? jeder atemzug tat weh, meine beine brannten wie feuer und mein seitenstechen gab mir noch den rest. trotzdem – und darauf bin ich unendlich stolz – habe ich es durchgezogen. ich bin die ganze runde aktiv geblieben und es war ein wunderschönes gefühl als ich wieder in meine gasse einbog. ich hab mich selten so gut gefühlt, als in jenem moment in dem ich nach einer „langen-ausgedehnten laufrunde“ den lift bestieg und meine schuhe wieder ausziehen konnte. schweißgebadet und waschlnass starrte ich auf mein runtastic ergebnis und dieses gefühl hielt an bis am nächsten tag der muskelkater einsetzte.

 

ich sehnte mich sofort nach ausgiebigen fußmassagen und bemitleidungen, aber beides blieb aus und ich im bett. tags darauf fasste ich mir wieder ein herz und lief nochmal, wieder war ich am ende ganz am ende.

 

aber dennoch: noch vor dem neuen jahr konnte ich zwei laufrunden aufweisen, was für ein erfolg!

 

2014 – also bereits 4 monate nun – versuche ich nach wie vor dran zu bleiben und meine laufschuhe anzuziehen. mal gelingt es besser, mal garnicht. aber ich habe gemerkt, dass es definitiv leichter wird und ich auch nach längeren pausen meine strecke leichter laufe und es mir spaß macht. wenn ich mal angezogen und unterwegs bin gibt es kein halten. aber ich gebe offen zu, dass ich mir sehr schwer damit tue mich zu motivieren.

 

am wochenende ist meine motivation am größten, denn wenn ich gleich vor dem frühstück in meine laufsachen schlüpfe, eine kleine runde drehe und dann nach einer ausgiebigen dusche zum brunchen gehe, fängt der tag definitiv viel aktiver an.

 

anders verhält es sich da, wenn ich abends von der kanzlei nachhause komme, müde bin und mir vom sitzen alles wehtut wäre es doch das beste eine runde laufen zu gehen um den kopf frei zu bekommen. aber da muss ich mich vorher umziehen und meine haare zubinden und meine schuhe zuschnüren und die türe öffnen und mich bewegen und das ist mir dann alles gleich schon mal viiiiiiiiiiiiel zu mühsam.

 

ich hoffe wirklich, dass ich dieses motivationsproblem noch in den griff bekomme. das wäre fabelhaft! aber bis dahin bleibt mir leider nur auf die frage: „ich habe heute schon gesundes müsli gefrühstückt, war eine runde laufen , hab joga gemacht und konnte einige dinge erledigen und wie war dein tag?“ nur zu antworten: „ich habe einen job. der nicht um 1 schon wieder vorbei ist nachdem er erst um 10 begann! und irgendwo dazwischen hab ich verdammt nochmal meine motivation verloren!!!!!!!“ (u ja, da klingt neid mit! 😉

 

 

umzug

es gibt vermutlich nichts seltsameres als in einem leeren Raum zustehen, in dem sich noch kurze zeit zuvor ein ganzer lebensmittelpunkt befunden hat. letzte woche war es wieder an der zeit mein leben in kisten zu packen. große kisten und viele davon…..

 

nichts ist befreiender, zumindest für mich und es gibt auch nichts was mich ein bisschen wehmütiger macht. denn wenn man all die kästen ausräumt von denen man denkt, dass man genau weiß was sich darin befindet, ist man immer wieder überrascht über all die „fundstücke“. alte bilder, eintrittskarten usw. das alles weckt sofort erinnerungen.

 

es fiel mir erstaunlich leicht mich von dingen zu trennen, um ehrlich zu sein, nicht mal die müllsäcke reichten aus. ein wenig überrascht war ich schon, wie leicht es mir fiel mich von einem großen haufen taschen zu verabschieden – nicht das ich sie gebraucht hätte in den letzten jahren, aber es war gut zu wissen, dass sie da waren….irgendwo vergraben unter unendlich vielen schals und tüchern. auch töpfe und pfannen flogen in hohem bogen direkt auf die mülldeponie.

 

Interessant wurde es erst, als ich auf eine kiste stieß, die gefüllt war mit alten geschichten und herzschmerz-tragödien á la „heute hat er mir in der großen pause wieder zugelächelt….“ in tagebuchform, gut sortiert und schön formatiert wanderten diese erinnerungsstücke sofort in den schlund eines shredders…..der nach der hälfte w.o. gab – war ihm dann wohl auch zuviel des 16 jähriges-verliebtes-ich geh zum ersten mal alleine weg-und ja ich war ein spätzünder-leides 😉 im übrigen, was man auch sofort shreddern sollte sind alte bankbelege und kreditkartenabrechnungen…..die sind mindestens genauso schmerzhaft.

 

wenn man sich dann durch all die alten kisten und die vielen staubwolken gekämpft hat und alles schön in einem raum plaziert hat, in dem die schachteln noch 5 mal umfliegen bis man endlich einsieht, dass der nächste sperrmüll noch zu lange weg ist und man sie ja doch nur ins auto und zum müllsammelplatz führen muss, kann man entspannt daran gehen einen großen weißen farbkübel vom keller in den ersten stock zu schleppen und damit beginnen sich komplett einzusauen.

 

das liebe ich übrigens am allermeisten bei umzügen: das ausmalen. zumindest denke ich mir das immer zu beginn und bin dann abends nicht in der lage mich zu bewegen und erst recht nicht mental in der stimmung daran zu denken, wie es erst am nächsten tag sein muss, wenn ich dann auch noch putzen darf.

 

aber ich finde es schön wände auszumalen. sehr skuril, ich weiß. ich mache es mit hingabe aber ich mache es nicht gut….farbflecken überall gehören da leider dazu und das man die steckdosen auch abmontieren kann anstatt dazwischen zu pinseln fällt mir auch immer erst am ende eines maltages ein. aber egal, dass ist eben unumgänglich, genauso wie die tatsache, dass ich es total überzogen finde den boden abzukleben…..man latscht ja dann doch erst mit farbe auf der sohle durch die ganze wohnung.

 

ich bin auch immer wieder überrascht, wieviel tatsächlich in so ein auto passt…..vollgestopft bis zum letzten winkel und mit „nur“ 10 fuhren habe ich alles wunderbar von A nach B transportiert und habe diverse gegenstände, von denen ich der überzeugung bin das ich sie nicht brauche, aber sie anderen sicher nutzen könnten (hauptsache ich bin sie los), auch noch bei C, D, E, F und G verteilt habe.

 

das tolle, wenn man alles mit seinem privat-pkw übersiedelt und nicht mit einer spedition, ist, dass man auch immer nur eine gewisse menge in der neuen bleibe wieder ausräumen kann. denn dort platz zu schaffen ist auch nicht immer leicht 😉 ist ja auch nicht so leicht, ein riesen bild wirkungsvoll in szene zu setzen in einer bereits sehr durchgestylten wohnung….aber wenn es mir doch so am herzen liegt 😉

 

aber alles in allem habe ich nun mein ganzes leben wieder aus den kisten ausgepackt und an einem neuen platz gestellt. alles, bis auf einen elefanten und nashornkopf in lila und blau, die mich jeden tag aufs neue auf meinem beifahrersitz daran erinnern wie anstrengend so ein umzug eigentlich ist….sie wohnen jetzt eben in meinem auto und nicht mehr in meinen esszimmer, diese kleinen sonderlinge 🙂

imageaus dem blickwinkel so einiger menschen, macht es offenbar den anschein, als würde ich mein leben zum großteil auf partys und abendveranstaltungen verbringen. das hatte ich schon, war toll u nun ist das nicht mehr der fall. es sei denn man kann unmöglich auf mich verzichten, dann komm ich natürlich schon oder eben nicht, denn: „wer im mittelpunkt einer party stehen will, darf nicht hingehen!“ oh, wie ich sie liebe, diese selbstironie ;))

zumeist verbring ich meine abende in weniger figurbetonten jogginghosen u einem verwaschenen ramones shirt im bett mit einem buch und meiner nerd-ray-bans auf, damit ich auf 10cm entfernung auch sehen kann was ich da gerade lese. unspektakulär, ich weiss. es tut mir leid, wenn ich jetzt illusionen platzen lassen musste……

so kams dann also, dass ich die vergangenen wochen das buch „der hundertjährige, der aus dem fenster stieg und verschwand“ von jonas jonasson las. ein wundervolles buch, mit vielen kleinen details behaftet und amüsant. für alle dies noch nicht kennen: lesen!
und für mich: ab nach schweden!

dass das buch bereits die runde gemacht und auch eine verfilmung bereits abgedreht ist, war mir nicht bekannt. bekomm wohl nichts mit, daheim mit nerdbrille 🙂 umso mehr freute ich mich dann, dass alles so schnell zu gehen schien. kaum die letzten druckfrischen seiten in mich aufgesogen waren auch schon die kinokarten reserviert.

das macht man jetzt online, via öticket „weil auch menschen außerhalb unseres schönen badens nun auf den geschmack gekommen sind!“ – wie der kinobetreiber von cinema paradiso in baden stolz wie oskar verlautbart hatte, kurz bevor der film begann. recht hat er, weil ein kino mit schönerem ambiente findet man wohl kaum mehr. und ich -die ich ja im „gspritzn nobelbezirk“ aufgewachsen bin, freue mich sehr, dass baden so etwas zu bieten hat. weil hat man sich erst an den gestank der thermalquelle gewöhnt, merkt man, dass baden neben all den kurenden pensionisten, wirklich noch was hermacht.

erfreulicherweise hat das auch das team von „so schmeckt niederösterreich“ entdeckt und jetzt findet dort einmal monatlich eine kulinarik verwöhnreise und kino an bester adresse statt. man tauscht also seine onlineausdrucke gegen retro-kinokarten am eingang und bekommt dazu noch retro-essens und wein-markerl. das sind dann quasi die „eintrittskarten“ zu regionalem essen und gschmackigen wein. das man beides mit in den saal, der mehr an ein theater als ein kino erinnert, mitnehmen darf ist selbstredend…..

ich, allan, der wein, meine begleitung und ein ein saal voller menschen hatten einen tollen abend!

und das nachfolgebuch „die analphabetin, die rechnen konnte“ liegt schon auf meinem nachtkastl bereit. also sry, ich bin dann mal verplant…..

friendseinige gute, langjährige freunde habe ich. ein kleiner elitärer kreis, der grösser nicht sein muss, wenn gleich ich doch nichts ausschliesse.

denn man trifft sie immer unerwartet, diese besonderen menschen. diese sorte von menschen, die einem sofort symphatisch ist, so sehr, dass man beim ersten kennenlernen gleich mal seine uhren tauscht und die spontane gewissheit hat, dass man sein -sehr ans herzgewachsenes stück von diesel- auch bald mal wieder sieht.

lucky me, hatte ich einige dieser magic moments und diese leutchen in meinem leben faszinieren mich bis heute immer wieder neu.aber was die „perfekte freundschaft“ ausmacht, weiss ich nicht. muss ich auch nicht. weil jeder von ihnen ein wunderbares unikat ist und wir uns so nehmen wie wir sind.

erst heimzugehen wenn die wolken wieder lila sind, immer wieder. einen kreisverkehr mal ungewollt querdurch zu fahren – im kreis, dass kann ja jeder. ein camouflage shirt zu suchen, das in den unendlichen weiten eines kleiderschranks auf nimmer wiedersehn verschwindet, aufzugeben und trotzdem gut auszuschauen, das schaffen nur die wenigsten.

den deckmantel des schweigens über dinge auszubreiten, die später ja doch ans licht kommen und trotzdem immer wieder darüber lachen zu können. zuviele zigarren zu rauchen und nur dank „schmiergeld“ nicht vor die tür gesetzt zu werden.

auf der besten und lustigsten hochzeit zu feiern. fremdsprachigen reden des trauzeugen laut u gröllend zu zuprosten, schliesslich hat man „jedes wort verstanden“ dem schliowitz vorm frühstück, vor / nach der trauung / zwischendurch und sowieso mal immer wieder – sei dank!

überrascht sein, wie schnell der beste freund vater wird, weggeht und sein glück findet….und ihm immer nur das beste zu wünschen….

spontan nach london zu fliegen und so gewissermassen den sinn des lebens hinterfragen. daran erinnert zu werden auch mal zu fragen „wie gehts dir so?“ -und das noch bevor man seinen ewig andauernden monolog vollendet hat. zu wissen, dass alles gut wird, irgendwann, weil wir es uns einfach verdient haben.

lachen. tagelang: „cause jesus loves you“ – nicht weil wir so religiös sind, sondern weil uns New York liebt. lachs braten und koffer packen. sich anzusehen und zuzunicken, wohl wissend, dass man recht hat.

ich kann verstehen, dass man -wenn man neu in meinem leben und neu in meinem blog ist – kein wort davon verstanden hat und das ist vermutlich auch gut so. denn so ist das mit freundschaft, sie gibt einem alles, lässt einem aufblühen und das gefühl sich fallen zu lassen. aber für die welt da draussen bleibt sie ein rätsel.irgendwie.

wenn man so besondere personen trifft und sie zu seinen besten freunden macht, hat man sich verdammt noch mal den allerwertesten aufzureissen um sie auch zu behalten! egoismus soll man umreissen wie in den 80igern die berliner mauer…..muss(te) ich auch lernen.

sich monate lang nicht zu sehen, aber genau zu wissen, wann man anzurufen hat um jemanden aufzumuntern, zuzuhören oder einfach mal zu reden, dass macht freundschaft aus für mich. spass, melancholie, respekt und ein herzhaftes lachen.

ich wünsche mir für euch, genau das was ich mir für mich wünsche: solche freunde zu haben…..a traum!